Baumaschinen Messe Conexpo USA
Mit 13 Neuheiten wartete der britische Baumaschinenkonzern JCB auf der
ConExpo in Las Vegas auf. Dazu zählten die ersten Modelle einer frisch
entwickelten Reihe von insgesamt 18 Kompakt- und Radladern (Skidsteers),
entwickelt und gefertigt in der nordamerikanische Zentrale in
Savannah/Georgia. Außerdem waren an neuen Produkten der geländegängige
4,5-Tonnen-Stapler 950, der Baggerlader 1CXeinschließlich einer
Kettenvariante, das 4X4-Nutzfahrzeug Workmax 800 D und der für den
amerikanischen Markt entwickelte Teleskoplader 512-56 auf der Messe zu
sehen. Im vergangenen Jahr hat der Konzern 51600 Maschinen verkauft -
deutlich weniger als 72 000 vor der Rezession im Jahr 2007, aber auch
deutlich mehr als die 36 000 Einheiten 2009. Eigenen Angaben zufolge
konnte JCB seine Position als weltweite Nummer 1 bei Baggerladern und
Teleskopen behaupten - und das bei jeweils gesteigerten Marktanteilen
von 45 beziehungsweise 28 Prozent. Gleichzeitig kltterte nach Angaben
von Deputy Chariman John Patterson der Umsatz 2010 auf rund 2,3
Milliarden Euro im Vergleich zu 1,5 Milliarden 2009 - das entspricht
einem Plus von knapp 50 Prozent. "Auch in den schwierigen Jahren 2008
und 2009 haben wir nie Geld verloren", unterstrich er auf einer
Pressekonferenz während der Messe. Was den Absatz von Baumaschinen
allgemein angeht, lief es nach Pattersons Angaben im vergangenen Jahr
für alle Produzenten insbesondere in Russland außergewöhnlich gut: Dort
schoss der Markt um 165 Prozent nach oben. Über weitere bemerkenswerte
Steigerungsraten freute sich die Branche in Brasilien (plus 65 Prozent),
China (plus 61 Prozent) und Indien (plus 53 Prozent). Den Zuwachs im
Baumaschinenbereich in Nordamerika von 19 Prozent erklärte Patterson vor
allem mit einer Belebung des Mietgeschäfts. In Europa sieht es im
Vergleich dazu eher trist aus: Großbritannien verzeichnete ihm zufolge
einen Anstieg von neun Prozent, Spanien von vier und Zentraleuropa von
gerade einmal zwei Prozent. Patterson betonte, dass JCB insgesamt sehr
gut dastehe. Denn nicht nur bei Baggerladern und Teleskopen hat der
Konzern seine Marktanteile ausgeweitet. Auch bei Hydraulikbaggern ging
es aufwärts: In einer vor einigen Jahren eigens errichteten Fabrik in
England kann das Unternehmen 8000 Maschinen im Jahr produzieren. Das
entsprechende Werk in Indien schafft bis zu 5000 Einheiten jährlich.
Diese werden dringend benötigt, kletterte doch dort in diesem Segment
der Absatz 2010 um 43 Prozent nach oben. Woanders sieht es ähnlich aus.
In Brasilien wuchs der Bedarf an Hydraulikbaggern laut Patterson sogar
um 65 Prozent, der für Baggerlader um 47 Prozent. In China ging es auf
dem Baggermarkt im vergangenen Jahr gar um 80 Prozent nach oben. JCB
produziert bereits in Schanghai, nun soll das chinesische Vertriebsnetz
mit derzeit 27 Händlern samt 106 Niederlassungen ausgeweitet werden. Der
britische Konzern wies auf der Baumaschinenmesse in Las Vegas auf eine
Reihe von Großinvestitionen hin. So steckt er derzeit 72,5 Millionen
Euro in ein neues Werk in Brasilien zur Produktion von bis zu 2500
Kettenbaggern und 5000 Baggerladern jährlich. Die mehr als 32 000
Quadratmeter große Fabrik wird in Sorocaba errichtet, Einige Kilometer
von den bestehenden Produktionsstätten entfernt. Das Unternehmen fertigt
hier bereits seit 2001 Baggerlader - bis zu 100 Einheiten täglich sind
möglich - und seit 2010 Bagger. In Indien entstand kürzlich für 24,5
Millionen Euro ein neues Motorenwerk. Sie werden für die dort montierten
Maschinen wie Baggerlader benötigt. Die Motoren entsprechen der
Abgasnorm Bharat Stage 3. "Die Inder profitieren nun zum ersten Mal von
der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unseres Weltrekordmotors
Dieselmax", hieß es. Bislang wurden diese ausschließlich im britischen
Werk in Derbyshire gefertigt. Der Subkontinent, auf dem der Hersteller
seit 30 Jahren aktiv ist, hat sich für JCB mittlerweile zum wichtigsten
Markt entwickelt. 2010 etwa verkaufte das Unternehmen in Indien über 53
Händler mit 370 Niederlassungen rund 21 000 Maschinen - "ein Rekord",
wie Patterson berichtete. Im Baggerladerbereich sei man dort
Marktführer. Zudem investiert der Konzern rund 22 Millionen Euro in den
Ausbau seiner globalen Infrastruktur. So wird er im September sein 16.
Ersatzteillager in Prag für den zentraleuropäischen und polnischen Markt
eröffnen. Bereits in Betrieb genommen wurden die Warenlager in Dubai
für den Mittleren Osten und Nordostafrika sowie im kalifornischen
Fontana für die Händler und Kunden an der Westküste, das auch kanadische
und mexikanische Partner unterstützt. Seit immerhin 40 Jahren ist JCB
in Nordamerika präsent: Damals begann es mit einem Verkaufsbüro in
Baltimore. Der Hersteller hat seitdem auf dem Kontinent mehr als 100 000
Maschinen abgesetzt. 85 Händler mit 250 Niederlassungen stellen
mittlerweile die Präsenz sicher. Ein entscheidender Schritt war 2000 die
Eröffnung der Fabrik in Savannah. Tim Brunhope, beim britischen Konzern
unter anderem für die Produktentwicklung zuständig, betonte in seinem
Vertrag auf der Pressekonferenz, dass für den Hersteller ökologische
Aspekte eine bedeutende Rolle spielten. Das Unternehmen betrachtet sich
als führend bei der Entwicklung kraftsotffarmer Baumaschinen Bagger Maschinen. Der Redner
verwies auf einen kürzlich eingeführten Baggerlader, der mit 16 Prozent
weniger Treibstoff auskommen soll. Auch sonst geht es sparsam zu, wie er
versicherte: Die neue Kompaktbaggergeneration verbraucht eigenen
Angaben zufolge ebenfalls bis zu 16 Prozent Kraftstoff weniger im
Vergleich zum härtesten Wettbewerber. Auch der hauseigene Motor Ecomax
T4, der nach Interim Tier 4 entwickelt wurde, punktet demzufolge mit
zehn Prozent weniger Verbrauch.
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