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190 Tonnen Bagger baut im Reiß und Ladeeinsatz Rohkaolin ab

Hitachi 135 UR
Im Juni 2010 wird im Kaolinwerk Schnaittenbach / Hirschau der Amberger Kaolinwerke ein neuer Hitachi EX1900-6 seinen Betrieb aufnehmen. Der 190-Tonnen-Bagger mit Tieflöffelausrüstung bau im Reiß- und Ladeeinsatz Rohkaolin ab, das noch vor Ort aufbereitet und beredelt wird. Rohkaolin ist ein feines, eisenfreies, weißes Gestein, das als Hauptbestandteil Kaolinit, ein Verwitterungsprodukt des Feldspats, enthält. Weltweit größter Abnehmer von Kaolin ist die Papierindustrie. Rund zwei Drittel des weltweit produzierten Kaolins gehen in diese Branche. Als Füllstoff verbessert Kaolin die Opazität, die Glättbarkeit und die Bedruckbarkeit von Naturpapieren. Als Streichkaolin eingesetzt, deckt Kaolin die Fasern und Oberflächenunebenheiten des Rohpapiers durch eine ausgeprägte Plättchenstruktur ab. Die so modifizierte Papieroberfläche bietet eine verbesserte Bedruckbarkeit durch höhere Glättewerte des Papiers. Die Rohstoffe Kaolin Quarz und Feldspat sind die Basis für die keramische Industrie. Kaoline, Kaolinschamotte, Kalifeldspäte und Quarzmehle von den Amberger Kaolinwerken finden Verwendung in den Masse- und Glasurversätzen aller namhaften Geschirr-, Sanitärartikel-, Fliesen- und Ofenkachelhersteller sowie in der technischen keramik und in Isolatoren. Bei der Herstellung von Glas ist Quarz die größte Gemengekomponente; allein in Deutschland werden jährlich rund fünf Millionen Tonnen zu Glas verschmolzen. Zusätzlich spielt auch der eisenarme Kalifeldspat bei der Glasherstellung eine wichtige Rolle. Industriemineralien von den Amberger Kaolinwerken dienen als Füllstoff und Trägersubstanz in Farben, Gummi- und Kunststoffen, in Buntstiften, in Pharmazie- und Kosmetikprodukten oder sind eingesetzt in der Bauindustrie oder in Sportplatz-, Beachsandplatz- oder Reitplatzanlagen oder filtern aber auch Trinkwasser, Kläranlagen oder Meeresentsalzungsanlagen. Im Kaolinrevier in der Hirschau-Schnaittenbacher Senke befindet sich eine der bedeutendsten kontinentalen Kaolin-, Quarzsand- und Feldspatlagerstätten Europas. Die Genese der Lagerstätte Hirschau-Schnaittenbach begann vor etwa 250 Millionen Jahren im so genannten Mittleren Buntsandstein. Zu dieser Zeit wurde die hier befindliche Senke mit dem Erosionsschutt der südlich und südöstlich gelegenen Hochgebiete, die aus Graniten und Gneisen bestanden, aufgefüllt. Saure Wässer zersetzten anschließend die Feldspat- und Glimmerkomponenten zu Kaolin. Seit 1833 werden Industriemineralien in Schnaittenbach und seit 1901 in Hirschau abgebaut. 1993 wuchsen beide Werke zu den Amberger Kaolinwerken zusammen, die dann wenige Jahre später ein Tochterunternehmen der Quarzwerke, Frechen wurden. Moderne technologien werden eingesetzt, um die Roherde mit einem hohen Wirkungsgrad durch aufwändige Klassierung voneinander in die Industriemineralien Kaolin, Feldspat und Quarz zu trennen. Dies erfolgt durch Klassierung in verschiedene Kornfraktionen mittels Waschtrommeln, Zyklonkaskaden und Zentrifugen. Nachgeschaltet ist eine Entwässerung durch Sedimentation, Filtration und Trocknung. Einzelne Kaolin-Produkte werden zusätzlich durch Bleiche und Magnetscheidung weiter veredelt. Neben dem bisherigen Lieferanten und Servicepartner fragten die Amberger Kaolinwerke auch andere Anbieter in der 190-t-Klasse an. Darunter auch den deutschen Hitachi-Exklusivpartner Kiesel, der sich parallel zum Aufbau seiner flächendeckenden Vertriebs- und Servicestruktur im Baumaschinenbereich seit gut drei Jahren auch nachhaltig in der projektintensiven Betreuung von Großgeräten im Gewinnungssegment positioniert. Neben Hitachi-Starrahmenkippern und der weiter wachsenden Zaxis-Radladerfamilie, die vorallem in der Rückverladung und Haldenbewirtschaftung von Steine & erden-Betrieben zum Einsatz kommt, stoßen die Hitachi-Hydraulikbagger auf großes Interesse in der deutschen 50 und 800 t Einsatzgewicht umfasst zehn Modelle. In Deutschland werden vor allem die fünf Varianten zwischen 50 und 120 t eingesetzt, die teilweise sowohl als Tief- und Hochversion erhältlich sind.
Hitachi 135 UR
Besonderes Augenmerk legt Kiesel nach eigenen Angaben auf die Lieferung der passenden Systemlösung. Gerade im anspruchsvollen Gewinnungsbetrieb ist es eine umfangreiche Einsatzberatung und die Entwicklung der passenden Lösung für optimale Wirtschaftlichkeit wichtig. Der kleinste der originären Hitachi-EX-Minibaggerfamilie ist der EX1200-6. Seit der deutschen Markteinführung 2005 konnte Kiesel bereits acht Geräte des 120-t-Baggers vornehmlich in Gewinnungsbetrieben der Naturstein- und Kalkindustrie platzieren. Nun ist es Kiesel nach eigenen Angaben erstmals gelungen, den großen Bruder des EX1200-6 den EX1900-6 auf deutschem Boden in den Einsatz zu schicken. Als Nachfolger des demaligen EX1800 wurden seit seiner Einführung im Jahr 2002 mehr als 20 Maschinen des Typs EX1900 durch die Hitachi Construction Machinery Europe, kurz HCME, verkauft. Die aktuelle 6. Generation dieser Maschine zeichnet sich durch die optimierten Hydraulikfunktionen, die einen schnellen und hoch produktiven Ladebetrieb gewährleisten, sowie durch gezielte Verbesserungen an Unterwagen, Drehkranz und Antriebsstrang, die die Wirtschaftlichkeit über eine lange Lebensdauer sichern, aus. Zudem tragen auch die neue Kabine und zahlreiche bedienungs- und sicherheitsspezifische Verbesserungen dazu beim den Betrieb und die Wartung weiter zu vereinfachen. In Hirschau / Schnaittenbach wird der 1086 PS starke EX 1900-6 mit 8,30-m-BE-Ausleger und 3,60-m-BE-Stiel auf einem 5,60 m breiten Unterwagen mit 800 mm breiten Bodenplatten arbeiten. Nach Absprache zwischen Amberger Kaolinwerke, dem für die Löffelherstellung zuständigen Kiesel-Systempartner LOC-matic aus Allershausen und Keisel selbst entschied man sich bei diesem speziellen verschleißintensiven Reißladeeinsatz für einen 6,5m³-Fels-Reißlöffel HDTL 104-S. Der etwa 16,5 t schwere Löffel lässt den EX1900-6 erstklassige reißkräfte und höchste Füllmomente erreichen, seine spezifische Konstruktion und die verwendeten hochfesten Werkstoffe machen den Löffel äußerst verwindungssteif, heißt es von Unternehmensseite. Der verstärkte Innensteg nimmt die Kräfte am vorgezogenen Mittelzahn, die beim extremen Reißeinsatz entstehen, auf. Als Zahn-System kommt das speziell auf diesen Einsatz ausgelegte System 85SV2 des Kiesel-Systempartner Esco zum Einsatz. Dank einer eigens hierfür aufgetragenen Wolframcarbid-Schicht zeichnet sich das Esco-System durch hohe Verschleißfestigkeit aus. Nicht zuletzt aufgrund der Einsatzberatung und Betreuung durch Keisel hat sich das Unternehmen Amberger Kaolin für den hitachi entschieden. Denn mit dem umfassenden Servicekonzept kann Kiesel jederzeit unbürokratischen und kompetenten Service garantieren. Die Servicemannschaft umfasst derzeit 350 Techniker sowie rund 50 Auszubildende zum Land- und Baumaschinentechniker. Weitere 100 Mitarbeiter betreuen in der Gruppe den Bereich Zubehör- und Ersatzteilvertrieb. Service und ein Plus an Dienstleistung stehen für Kiesel im Mittelpunkt, um seinen Munden einen effizienten und runden Arbeitsablauf zu gewährleisten.

 

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